Winterspaziergang

Es war wieder einer dieser kalten Tage im Winter, an denen man lieber die Decke über den Kopf ziehen und die Welt draussen vergessen möchte. Doch diesmal wagte ich mich hinaus in die Natur und trotzte allen Widersprüchen.

Ich schaute um mich herum und bemerkte, dass ausser mir niemand unterwegs war. Keine Katze, nichts. Ich lauschte meinem eigenem Knirschen im Schnee und merkte schon bald, dass ich doch nicht so einsam war, wie ich glaubte. Überall fand ich Spuren, die von wilden Tieren stammen konnten. Hier ein Hufabdruck, dort vermutlich eine Fuchsspur. Etwas weiter entdeckte ich eine kleine Blume, welche sich schon durch den Schnee zu kämpfen versuchte. Und als ich so vertieft Indianerin spielte, flog doch tatsächlich ein Storch in der Nähe erschrocken auf. Na so was, sind Störche keine Zugvögel?

Während ich so lief, fielen mir lauter kleine Dinge auf, denen ich ansonsten kaum Beachtung schenke. Mein Kopf leerte sich allmählich und auch die Gedanken wurden weniger. Ich war einfach nur noch “da”, ein stiller Beobachter und doch so wunderbar ein Teil des Ganzen.

Wieder zu Hause wurde mir bewusst, welche innere Ruhe eingekehrt war. Es ist so einfach, vor den Fernseher zu hocken und sich von den Medien berieseln zu lassen. Jedoch können diese auf keine Art und Weise einem das Gefühl von Entspannung und Wohlwollen vermitteln, das ich nach nur 20 Minuten Laufen verpürt habe. Und das Tolle dabei ist, ich habe auch noch etwas für meine Fitness getan.
Sandrin Carlen

Danke Sandrin, dass du uns teilhaben lässt an deiner intensiven Erfahrung. Ich wünsche, dass jeder Stubenhocker und jede Stubenhockerin sich ebenfalls die warme Jacke, Mütze und Handschuhe überzieht und sich in die Natur aufmacht, um wieder aufzutanken, frei zu werden, sich gut zu fühlen. Bewegung an der frischen Luft ist eine Wohltat für Körper, Seele und Geist!

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